Skip to main content

Works

Gekipptes Glas, 2020, acrylic, lacquer, canvas, oil on wood, 92 x 86 cm
Gekipptes Glas, 2020, acrylic, lacquer, canvas, oil on wood, 92 x 86 cm
Gral, 2020, acrylic, lacquer, canvas, oil on wood, 150 x 140 cm
Gral, 2020, acrylic, lacquer, canvas, oil on wood, 150 x 140 cm
Blumenstillleben, 2019, acrylic, lacquer, canvas, oil on wood, 92 x 86 cm
Blumenstillleben, 2019, acrylic, lacquer, canvas, oil on wood, 92 x 86 cm
Die andere Hälfte, 2018, acrylic, lacquer, canvas, oil on wood, 92 x 86 cm
Die andere Hälfte, 2018, acrylic, lacquer, canvas, oil on wood, 92 x 86 cm
Die Insel, 2017, acrylic, lacquer, canvas, oil on wood, 51 x 48 cm
Die Insel, 2017, acrylic, lacquer, canvas, oil on wood, 51 x 48 cm
Tafeltrauben, 2020, acrylic, lacquer, canvas, oil on wood, 130 x 100 cm
Tafeltrauben, 2020, acrylic, lacquer, canvas, oil on wood, 130 x 100 cm
Grüner Spargel, 2018, acrylic, lacquer, canvas, oil on wood, 92 x 86 cm
Grüner Spargel, 2018, acrylic, lacquer, canvas, oil on wood, 92 x 86 cm
Zwei grüne Holunderbeeren, 2020, acrylic, lacquer, canvas, oil on wood, 150 x 140 cm
Zwei grüne Holunderbeeren, 2020, acrylic, lacquer, canvas, oil on wood, 150 x 140 cm
Jostabeeren, acrylic, lacquer, canvas, 2018, oil on wood, 92 x 86 cm
Jostabeeren, acrylic, lacquer, canvas, 2018, oil on wood, 92 x 86 cm
Inselglück zu zweit, 2020, acrylic, lacquer, canvas, oil on wood, 92 x 86 cm
Inselglück zu zweit, 2020, acrylic, lacquer, canvas, oil on wood, 92 x 86 cm

Impressions

Biography

Michael Lauterjung

1959 Born in Stuttgart

1980-1981 Studied at the Freie Kunstschule Stuttgart

1981-1985 Studied at the Akademie der bildenden Künste in Stuttgart under Prof. Rudolf Haegele

1985-1986 Studied at the Hochschule für angewandte Kunst in Vienna under Prof. Maria Lassnig

1987-1999 Studio and residence in Cologne

2000-2007 Studio at Burg Kessenich/Euskirchen

Since 2007 studio and residence in Cammin/Eickhof near Rostock

Solo exhibitions

2020

Galerie Post & Garcia, Maastricht/NL ›Alles im grünen Bereich‹ (K)

Galerie Michael Schmalfuss, Marburg ›Der Reiz der Berührung‹

Galerie 21.06, Ravensburg

Kunsthaus Alte Mühle, Schmallenberg

2019

Galleri Hindhede, Middelfart/DK

Kunsthaus Frölich, Stuttgart ›Dynamik der Stille‹

Galerie Helle Coppi, Berlin ›Ohne Verfallsdatum‹ (K)

Kunstausstellung Kühl, Dresden ›Die Wucht der Ordnung‹

Galerie Moderne, Bad Zwischenahn ›Vertreibung ins Paradies‹

Galerie Weise, Chemnitz ›Alles im grünen Bereich‹

2018

Galerie an der Pinakothek der Moderne, Barbara Ruetz, Munich

Kunstverein Hattingen

Galerie Peters-Barenbrock, Ahrenshoop (with Georg Schulz)

Kloster Wettenhausen Dominikus Böhm Bau ›FREEZE‹ (with R. Göbner)

2017

Galerie Elbchaussee, Hamburg

THE VIEW @ SCHREINEREI14, Salenstein/CH

Galerie Weise, Chemnitz

2016

Galerie Doris Hölder, Ravensburg (with Georg Schulz)

Kunstausstellung Kühl, Dresden

Galerie Liebau, Burghaun (with N. Lagoida, R. Kochanowski)

2015

Galerie Post & Garcia, Maastricht/NL ›Het Realisme voorbij‹

Galerie Voigt, Nuremberg (with Georg Schulz)

Galerie Werner Bommer, Zurich/CH (K)

Galerie Peters-Barenbrock, Ahrenshoop

2014

Galerie an der Pinakothek der Moderne, Barbara Ruetz, Munich

Galerie Liebau, Burghaun/Fulda (with Clemens Heinl)

art KARLSRUHE, one-artist-show with the Galerie an der Pinakothek, Barbara Ruetz, Munich

Galerie Netuschil, Darmstadt (with Bruno Feger)

2013

Galerie Michael Schmalfuss, Marburg ›Die Verteidigung des Alltags‹

Kunst 13 Zürich, one-artist-show with Brouwer Edition, Darmstadt and Galerie Werner Bommer, Zurich

Monument Art Galerie, Jettingen-Scheppach (with P. Hermann)

2012

Galerie Peters-Barenbrock, Ahrenshoop

Galerie Marcus Diede, Beulich at Schloss Burgbrohl

Galerie Post & Garcia, Maastricht / NL

2011

Galerie Doris Hölder, Ravensburg

2010

Galerie Vera Lindbeck, Isernhagen

Galerie Schortgen, Esch/Alzette / L

Galerie Werner Bommer, Zurich / CH

Monument Art Galerie, Jettingen-Scheppach (with Clemens Heinl)

Publications

Die täuschende Verführung

Michael Lauterjung entführt uns in die faszinierende Dingwelt der Stilllebenmalerei. Der berückende Reiz des Illusionismus kollidiert dabei mit der Tradition abstrakt informeller Kunst. Der realistisch gesehene Gegenstand ist bei Lauterjung immer nur ein Teil des Gemäldes; gleichwertig zu verstehen ist der als Hintergrund doch nur unzureichend bezeichnete mehr oder weniger abstrakt-informelle Teil.

Lauterjungs Ausbildung als Maler und seine frühe künstlerische Tätigkeit sind in diesem Zusammenhang anzuführen. Ausgebildet wurde er in den 1980er Jahren an der Akademie der bildenden Künste in Stuttgart: zunächst bei dem Bildhauer Karl Henning Seemann und dann, nach einem Jahr zur Malerei überwechselnd, bei Rudolf Haegele. Dem u.a. an Jean Dubuffet orientierten Haegele ging es um die Vermittlung der Bedeutung von Materialität, Fläche und Struktur. Bei der in den 1980er Jahren an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien lehrenden Maria Lassnig beendete Lauterjung mit einem einjährigen Gaststudium seine Ausbildung und ließ sich anschließend, 1987, in Köln nieder. Die damals entstandenen weitgehend abstrakten Arbeiten sind geprägt von der Suche nach kraftvoller flächenhafter Einfachheit. Die unterschiedlichen miteinander kombinierten Materialien Acryl, Lack, Öl und auch Kreide verwendet Lauterjung bis heute.

Unzufrieden mit der oberflächlichen Einteilung der Kunst in abstrakte und realistische Malerei begann Lauterjung Mitte der 1990er Jahre damit, beides miteinander zu verbinden. Am Anfang des Arbeitsprozesses steht dabei häufig eine mehr oder weniger quadratische Holztafel, die in mehreren Schichten mit verschiedenen Materialien zumeist in horizontalen Strukturen abstrakt gestaltet wird. Lauterjung malträtiert die auf dem Boden liegende Holztafel regelrecht. Unstimmiges kann dabei durchaus mit einer Flex auch wieder abgeschliffen werden. Es finden sich auch mit dem Schraubenzieher gezogene horizontale Einkerbungen. Erst nachdem so ein stimmiges, die ganze Bildfläche bedeckendes Strukturgebilde entstanden ist, entscheidet Lauterjung intuitiv, welcher Gegenstand hierzu formal oder farblich passen könnte. Dieser wird dann in Feinmalerei auf die nun nicht mehr auf dem Boden liegende, sondern in der Senkrechten sich befindende Holztafel aufgetragen. Spannungsvoll zeigt sich das Ergebnis des Perspektivwechsels dann auch im Gemälde, in der widerstreitenden sinnlichen Erfassung der Bildfläche: einerseits die materiell-undurchdringliche Bildoberfläche verstanden als Aufsicht, andererseits die illusionistische Negierung der Bildfläche verstanden als An- oder besser noch als Durchsicht. Als täuschende Verführung hebt sich der vertraut dreidimensional erscheinende Gegenstand vom abstrakten Grund ab, doch bereits nach kürzerer Betrachtung wird deutlich, dass vielfältige Entsprechungen den auffälligen Gegensatz überlagern. Die oft mehr oder weniger auf einer Linie aufgereihten Früchte korrespondieren mit der horizontalen Struktur des Grundes. Man könnte fast meinen, dass sie auf einer imaginären Horizontale durch das Bild kugeln, obwohl ihre Anordnung genau komponiert ist.

In den klassischen Stillleben des 17. Jahrhunderts war das Verhältnis von Figur und Grund eindeutig und unproblematisch. Nicht so bei Lauterjung, da es bei ihm keinen eindeutigen Umraum mehr gibt. In einigen Fällen scheinen die Gegenstände zu schweben, dann wieder scheinen sie auf einer nicht bestimmbaren Fläche aufzuliegen. Schatten und Spiegelungen sind oft angegeben, doch eine Klärung der Räumlichkeit ist damit nicht verbunden. Solche Irritationen sind Teil eines Konzepts, das den Betrachter wegführen soll von einem rein gegenständlichen Sehen.

Bereits im frühen 17. Jahrhundert finden sich – v.a. in Spanien – vereinzelt Stillleben, bei denen die Künstler einzelne Gegenstände ganz bewusst isolieren, um ihnen so eine fast magische Aura zu verleihen. Eine solche Magie der Dinge ist auch Lauterjung nicht fremd, wie die Gemälde mit den zentrierten Schalen zeigen. Die von Rudolf Arnheim nachdrücklich beschriebene „Macht der Mitte“ lässt hier die Zeit still stehen und das Bild zum Meditationsobjekt werden. Die Schale, ein Gegenstand von großer elementarer Einfachheit, die eigentlich dem praktischen Leben angehört, wird hier mit einem Solo-Auftritt geehrt und damit zum Objekt der Anschauung, der Kontemplation und des ästhetischen Genusses geadelt. Doch durch das bereits beschriebene Wechselspiel von illusionistischem Gegenstand und materieller Bildfläche, von Durch- und Aufsicht, verlagert sich das meditative Moment zugleich auch wieder auf die Wahrnehmung selbst.

Dr. Stephan Weber, Dresden

powered by Reuther-Media