Aktuelle Ausstellung

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Abb. Matthias Garff, Insektenkasten, August 2020, Mixed Media, 73 x 51 cm

 

„Mit den Versatzstücken, die nach dem Prinzip ‘das kann man immer noch brauchen‘ gesammelt und aufgehoben werden, tritt MATTHIAS GARFF in eine Art Dialog, befragt seinen Schatz aus heterogenen Gegenständen auf ihre Potentialität hin. Er erkundet, welche Möglichkeiten diese zufällig zusammengekommenen Dinge ihm bieten, um herzustellen, was er herstellen möchte, und in dem er das, was er herstellen möchte, zugleich so modifiziert, dass er es mit ihnen auch herstellen kann. Die Dinge nehmen teil, eigenwillig, mitunter aufsässig. Und dann kann gerade der Abhub der Zivilisation sich verwandeln, die hybriden Bildungen werden zu einer Seh-und Bildermaschine, die angetrieben von poetischer Fabulierlust aus Altem immer Neues hervorbringen.“ 

„Auch LARS THEUERKAUFFs Arbeiten sind in gewisser Weise Montagen, wenn er Material, das er im Internet findet, in Malerei überträgt und solcherart die oft grauenvollen Taten, die im Netz als manipulative Propaganda oder zur Abschreckung kursieren, zum Ausgangspunkt seiner Arbeiten nimmt. Er bedenkt den Schreck, den diese Bildermaschine auslösen kann. Auch in dieser Malerei verbinden sich unterschiedliche Räume, Zeiten, Realitäten, aber anders als Mathias Garffs Tierwesen, die vielleicht eher das Ineinander der Schöpfung, ihre Vielgestaltigkeit und wechselweise Spiegelung ins Werk setzen, geht es in Theuerkauffs Malerei um die selbstgeschaffenen Höllen als offenbar unvermeidliche Kehrseite des verlorenen Paradieses. Hier sind wir in einem Nachtbild oder Nachbild, weitgehend ohne Natur, in einer menscheneigenen Schöpfung aus Kriegen, Vertreibung, Mord und Tod. In Theuerkauffs Malerei könnte es um das gehen, was Heidegger als „Verwindung“ (anstelle von Überwindung) bezeichnet hat, ein Verarbeiten, eine Auseinandersetzung mit dem, was der Mensch in seiner erleidenden und verursachenden Ambivalenz zu tun im Stande ist. Diese Malerei setzt sich aus, indem sie sich in den Gegensatz zum Verdrängen oder Verwerfen setzt.“ 

Textauszüge aus dem Katalogtext „EDEN“ von Dr. Dorothée Bauerle-Willert

 

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Abb. Lars Theuerkauff, Paradies 3 | 2020 | Acryl auf Leinwand | 75 x 115 cm

 

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